Mär 04 1945 Holsen

Abgestürzt in Holsen

Nachtjäger Ju 88 G-1, 5./NJG 2, Flugplatz Gütersloh 1944

In der Nacht vom 03. auf den 04. März 1945 ging ein deutscher Nachtjäger während eines Feinfluges verloren. Es war die Junkers Ju 88 G-6 mit der Werknummer 620.192 der 1. Staffel des Nachtjagdgeschwaders 2. Die Maschine stürzte im Ortsteil Holsen der Gemeinde Hüllhorst im Kreis Minden-Lübbecke in der Nähe des Ziegelwerkes „Meyer-Holsen“ nieder. Die gesamte Besatzung kam dabei ums Leben.

Der Nachtjäger war auf dem Rückweg von einem Feindflug in England im Rahmen des „Unternehmens Gisela“. Die Absturzursache war möglicherweise ein technischer Defekt. Die gefallenen Besatzungsmitglieder wurden auf dem Kriegsgräberteil des Friedhofs „Unter den Ulmen“ der Stadt Gütersloh beigesetzt.

Flugzeugdaten
Typ: Junkers Ju 88 G-6
Werknummer: 620.192
Kennzeichen: 4R + HL
Einheit: I./1./NJG 2 Luftwaffe                Nationalität:  Deutsche Flagge  Deutsches Reich

Besatzung
Fahnenjunker-Feldwebel Josef Wyleciol (gefallen)
Feldwebel Konrad Thomann (gefallen)
Unteroffizier Georg Pfauter (gefallen)
Unteroffizier Eugen Schnitzer (gefallen)

Anmerkungen
Unter dem Decknamen „Unternehmen Gisela“ starteten Teile der NJG 2, NJG 3, NJG 4 und NJG 5 in der Nacht vom 03. zum 04. März 1945 zu einer letzten Fernnachtjagd. 99 bis 142 Maschinen vom Typ Ju 88 G verfolgten einen Verband von etwa 200 RAF-Bombern auf dem Rückflug nach einem Angriff bis zu deren Basen in England.

Obwohl beim Einsatz selbst Funkstille befohlen war, waren der RAF durch entschlüsselte Meldungen die Vorbereitungen der Operation bekannt. Als die Bomber landeten, warfen die Ju 88 Düppel ab, um das britische Radar zu stören, und schossen etwa 22 der englischen Bomber ab. Die Verluste der deutschen Nachtjäger waren jedoch untragbar. Einige Ju 88 hatten Bodenberührung bei den Angriffen in niedriger Höhe und zerschellten. Mindestens drei wurden von britischen Nachtjägern abgeschossen. Andere gingen durch technischen Defekt oder wegen Treibstoffmangel auf dem Rückflug verloren. 21 der gestarteten Ju 88 kehrten nicht zurück.

Quellen
Kracker Luftwaffen Archiv
Hermann Kleinebenne „Die WeserLinie“
Augenzeugenbericht
Heinz Rökker: Chronik I. Gruppe Nachtjagdgeschwader 2
Foto: Archiv Paul G. Stipdonk via sg-etuo.de

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